Von Phnom Penh bin ich am darauf folgenden Tag Richtung nach Siem Reap geflogen – natürlich um mir, wie es jeder Touri macht – Angkor Wat anzusehen.

Hierfür gibt es drei Sorten von Tickets: 1-, 3- und 7 Tage. Zuerst hatte ich vorgehabt, mir die Tempel drei Tage anzugucken, habe mich letztendlich jedoch für einen Tag entschieden. 

Was ich vorher gelesen hatte, aber mir aber bis dahin nie so ganz klar geworden ist, ist dass das Areal Angkor mit seinen dutzenden Tempeln riesig ist. Und ja, es ist wirklich riesig.
Die meisten Menschen mieten sich hierfür einen Tuk Tuk Fahrer oder werden in Minibussen oder klimatisierten Vans rumgefahren.

Aber das kann ja jeder. 

Ich hatte mich deshalb für das alte, klapprige Hollandrad mit den fast luftleeren Reifen entschieden. Natürlich ohne Licht und mit schlecht funktionierenden Bremsen. 

Wenn schon, denn schon.

Und es war genau die richtige Entscheidung.

Wieso?
Mit ihm konnte ich meine eigene Geschwindigkeit fahren.
Anhalten, wo ich anhalten wollte und weiterfahren, wenn an einem Ort schon zu viele Menschen waren.
Trotz der Temperaturen kühlt einen der Fahrtwind einigermaßen ab und man freut sich jedes Mal nach einem kleinen Tempelrundgang wieder aufs Rad zu steigen.
Zudem ist es einfach wunderschön, ganz ohne Motorenlärm durch den Dschungel und die Reisfelder zu fahren.

Auf diesem Fahrrad habe ich mich dann also um 4:15 Uhr auf den Weg gemacht um das typische Fotos von Angkor Wat beim den Sonnenaufgang zu schießen. Macht halt auch jeder. Auch dies hatte ich gelesen, aber diese Menschenmassen muss man einfach gesehen haben.

Ich habe es ganze fünfzehn Minuten ausgehalten, habe fix ein Foto vom Anfang des Sonnenaufgangs geschossen und mich dann als einzige unter hunderten Menschen gegen den Strom auf mein Rad geschwungen und bin weitergefahren. Als Dank durfte ich dann komplett alleine den Sonnenaufgang am See Srah Srang betrachten.

Am Ende des Tages bin ich komplett durchschwitzt und müde aber auch überwältigt in meine Unterkunft zurück gekehrt.
Angkor ist schier unglaublich und ich denke nicht, dass es einen gibt, der bei dem Anblick keine Ehrfurcht empfindet.

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